Würzburger Schafbrunnen wird entschlammt um seltene Lebensräume zu sichern

Würzburger Schafbrunnen wird entschlammt um seltene Lebensräume zu sichern
Würzburger Schafbrunnen wird entschlammt um seltene Lebensräume zu sichern | Bild: Nonstandardanalysis / CC BY-SA 4.0

Am Schafbrunnen am nordöstlichen Rand des Winzer Rings in Würzburg beginnen Maßnahmen zur Erhaltung eines kleinen, historisch gewachsenen Kleingewässers. Das Naturdenkmal, ursprünglich als Tränke für Schafe angelegt, droht durch Verlandung und Nährstoffeinträge seine ökologische Funktion zu verlieren. Landschaftspflegeverband, Untere Naturschutzbehörde und das Gartenamt der Stadt führen nun eine Entschlammung durch.

Standort und ökologische Bedeutung

Tümpel, Teiche und Weiher gelten als wichtige Hotspots der Biodiversität. Der Schafbrunnen bietet seltenen Pflanzen und Tieren Unterschlupf und dient als Laichplatz für Amphibien. Die Betreiber betonen, dass gerade kleine Stillgewässer oft die letzten Rückzugsräume für spezialisierte Arten sind. Claudia Balling, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Würzburg, sagt: „Gerade kleine Stillgewässer sind oft die letzten Refugien für spezialisierte Arten. Ohne gezielte Pflege drohen sie unwiederbringlich zu verschwinden.“

Renaturierung: Methoden und Ziele

Die Maßnahmen an dem historischen Brunnen umfassen die Entfernung von Sedimenten und organischem Material. Eingesetzt werden spezialisierte Maschinen wie ein Amphibienfahrzeug und ein Schreitbagger, mit denen die ursprüngliche Wassertiefe und -fläche wiederhergestellt werden sollen. Durch die Entschlammung wird nährstoffreicher Schlamm entfernt, wodurch Eutrophierung gebremst und die Wasserqualität verbessert werden soll.

Die Arbeiten zielen darauf ab, offene Wasserflächen zu schaffen, die Amphibien als Laichplatz dienen, und Raum für Pioniervegetation zu eröffnen. Experten erwarten, dass sich dadurch die Gewässerstruktur erholt und seltene Arten wieder bessere Lebensbedingungen vorfinden.

Städtischer Naturschutz und Ausblick

Vertreterinnen der Stadt sehen in dem Projekt ein Beispiel dafür, wie aktiver Naturschutz im urbanen Raum gestaltet werden kann. Dr. Sandra Vorlová, zweite Bürgermeisterin und Umweltreferentin, erklärte, dass der Schafbrunnen zeige, wie mit vergleichsweise einfachen Mitteln wertvolle Lebensräume erhalten werden können. „Regelmäßige und fachgerechte Pflege ist keine schädliche Einwirkung in die Natur, sondern eine Investition in ihre Zukunft“, sagte sie.

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